Ausblick 2025: Unser Chartbook zum Jahresende

RESEARCH PULSE

Wachstum der EU und der USA 2025 positiv, aber unter dem globalen Durchschnitt – geopolitische Spannungen stellen erhebliche Risiken dar, obwohl die Rezessionsängste zu schwinden scheinen

Gemischte Signale aus den Rohstoffmärkten: Aluminium führt das Wachstum an, Öl bleibt stabil und Kupfer verzeichnet einen Rückgang

Einhergehend mit der Verknappung der Lagerbestände werden die Preise für Aluminium werden bis 2030 voraussichtlich steigen. Nachfragetreiber ist die weltweite Umstellung auf erneuerbare Energien und Elektrofahrzeuge. Goldman weist darauf hin, dass der Einfluss des chinesischen Wirtschaftswachstums auf die Metallpreise größer ist als bei Öl und Kohle. Kupfer hingegen wird voraussichtlich relativ konstant bleiben, eine pessimistische Aussicht für ein Metall auslöst, das in Bereichen von erneuerbaren Energien bis zu Stromnetzen verwendet wird. Die globalen Kupferbestände sind auf den höchsten Stand seit vier Jahren, da schwache Nachfrage zu einem Überangebot geführt hat, während die Explorationsbudgets historisch hoch waren.

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Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts wurde Warmbandstahl (NYMEX) bei 679 USD gehandelt, während die Dezember 2027 Futures bei 824 USD lagen – eine Preissteigerung von 21 % in den nächsten drei Jahren, wobei der Großteil dieses Wachstums für das Jahr 2025 erwartet wird. Dies deutet auf einen Markt hin, der sich nach einer Phase gedämpfter Preise aufgrund einer verringerten Nachfrage in China und anhaltender Herausforderungen in stahlverbrauchenden Branchen, insbesondere der Automobilindustrie, auf eine Erholung vorbereitet. Analysten erwarten jedoch eine Normalisierung. Allerdings könnten Veränderungen in den Lieferketten, einschließlich der Dekarbonisierung der Stahlproduktion, zusätzlichen Aufwärtsdruck ausüben.

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Nach einem signifikanten Anstieg seit 2022 hat der Ölpreis sich bei ca. 80 USD/Barrel stabilisiert. Diese Stabilität könnte jedoch ins Wanken geraten, sollte die iranische Energieinfrastruktur Schaden nehmen. Hinzu kommt, dass die globalen Ölbestände bei derzeit 4,4 Milliarden Barrel liegen – dem niedrigsten Stand seit Januar 2017. Es ist wahrscheinlicher, dass der Ölpreise sinkt, da die globale Ölproduktion voraussichtlich Erwartungen übertreffen wird. Prognosen gehen von 75 USD/Barrel aus, während Futures 70 USD/Barrel bis Ende 2025 anzeigen. Unvorhergesehenen Produktionsunterbrechungen können jedoch Preissteigerungen verursachen – ein Risiko, das durch die eskalierenden Spannungen im Roten Meer verstärkt wird.

Verkehrsdaten weitgehend konstant

    Reise- und Transportaktivitäten sind ein guter Indikator für die wirtschaftliche Aktivität. In den USA wird erwartet, dass die gesamten gefahrenen Fahrzeugmeilen (VMT) über alle Fahrzeugtypen im Jahr 2025 um 0,5 % steigen. Die VMT von im Güterverkehr sollen mit 1,3 % etwas schneller wachsen. In Europa zeigt sich eine Divergenz zwischen Benzing und Diesel. Während Benzin einen robusten Anstieg verzeichnete, sank der Dieselverbrauch im gleichen Zeitraum um 5 %, was möglicherweise einen Wechsel von Diesel- zu Hybridantrieben widerspiegelt. Insgesamt zeigt sich ein konsistenter Abwärtstrend beim gesamten Kraftstoffverbrauch. Dies könnte aus verbesserter Kraftstoffeffizienz und wachsendem Umwelt-Bewusstsein rühren.
    Der anhaltende Rückgang der Produktion von Holzbehältern (einschließlich „Europaletten“) spiegelt negative Trends bei der industriellen Nachfrage, den globalen Handelsaktivitäten und den Lieferketten wider. Der starke Rückgang bis 2023 ist auf die schwierige Lage in Sektoren wie Logistik, Landwirtschaft und verarbeitendes Gewerbe sowie auf die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine und der Energiekrise zurückzuführen. Anhaltende wirtschaftliche Herausforderungen, wie die langsame Erholung der Nachfrage und das gedämpfte Wachstum des Welthandels, führen zu einem stagnierenden Ausblick. Die Gesamtproduktion liegt immer noch 20 % unter dem Niveau vor Covid und unterstreicht die Schwierigkeiten der europäischen Industrie.
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Kapazitätsauslastung fällt auf langjähriges Mittel während das Vertrauen der Unternehmen in das zukünftige Wachstum anscheinend jenes der Verbraucher übertrifft

Die Kapazitätsauslastung ist einer der am meisten beachteten Frühindikatoren. Die europäische Auslastung hat sich seit Q4 2023 bei 77–78 % stabilisiert, während die USA dieses Niveau erst im Q4 2024 erreicht haben. Obwohl sicherlich kein positives Signal, liegt das aktuelle Niveau nahe am 10-Jahres-Durchschnitt der USA; ein positiver Blickwinkel wäre daher, dass sich die Situation nach Covid, dem Ukraine-Krieg und der Lieferkettenkrise normalisiert. Wir gehen nicht von einer linearen Fortsetzung des Trends der letzten drei Jahre aus, auch wenn ein leichter Rückgang auf etwa 76 % nicht ausgeschlossen werden kann. Strukturellen Gegenwinde (insb. in der EU) zeigen sich eher in einem Kapazitätsabbau als in kurzfristigen Auswirkungen auf die Auslastung.

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Unternehmen investieren nur in neue Anlagen, wenn sie ausreichend Vertrauen in die Zukunft haben, was den Auftragseingang für Investitionsgüter zu einem guten Frühindikator macht. In den USA war die Situation in den letzten beiden Jahren im Wesentlichen konstant. In Deutschland schwankt der Auftragseingang stärker und zeigt einen deutlicheren Nachholeffekt nach Covid. Obwohl weiterhin über dem Vor-Covid-Hoch, ist der Trend zuletzt leicht negativ. Abgesehen von möglichen geopolitischen Unwägbarkeiten gibt es Anlass zur Hoffnung auf einen starken Start ins Jahr 2025: In den drei Monaten bis Oktober 2024 lagen war der Auftragseingang um 8 % höher als im gleichen Zeitraum 2023 und erreichten ein Niveau, das zuvor nur zweimal verzeichnet wurde.

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Nach derselben Logik des industriellen Auftragseingangs, spiegeln PKW-Verkäufe das Verbrauchervertrauen wider – und treiben eine wichtige europäische Exportindustrie an. Während die USA fast das Vor-Covid-Niveau erreicht haben, hat Europa alle Fortschritte der letzten zwei Jahren eingebüßt. Die Erwartung ist weiteres Volumen-wachstum in den USA, und konstante Volumen in der EU. In Verbindung mit den strukturellen Herausforderungen europäischer OEMs, erwarten wir einen negativen Wachstumsbeitrag des Sektors. Positiv zu vermerken ist, dass sich Bestellzeiten und Lagerbestände weitgehend normalisiert haben. Ein optimistisches Szenario aus regulatorischem Rückenwind und erwachendem Verbraucher-interesse könnte 2026 leichtes Wachstum bringen. 

Kurzfristige Indikatoren deuten auf einen vorsichtigen Ausblick hin

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Der globale Einkaufsmanagerindex stieg im November auf 52,4 und erreichte damit den höchsten Stand seit August. Die PMI-Daten für die USA und die EU zeichnen jedoch ein weniger optimistisches Bild, mit stagnierenden oder sinkenden Zahlen, die beide auf eine Rezession hindeuten. Allerdings liegt der PMI heute in etwa auf dem gleichen Niveau wie vor 12 Monaten - und 2024 ist kein Jahr der Kontraktion. Das Vertrauen der Unternehmen in die Zukunftsaussichten hat sich verbessert. Aufgrund der anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten bleibt der Optimismus im historischen Vergleich jedoch verhalten. Eine Ausnahme bildet das verarbeitende Gewerbe in den USA, wo der Optimismus deutlich zugenommen hat.

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Seit 2021 sind die Baugenehmigungen rückläufig, was auf ein geringeres Verbrauchervertrauen hindeutet und den Bausektor vor wachsende Herausforderungen stellt. Insbesondere der Wohnungsbaumarkt hat durch den Zinsanstieg einen erheblichen Rückschlag erlitten. Auch wenn die Leitzinsen in jüngster Zeit gesunken sind, sind sinkende Zinsen nicht gleichbedeutend mit niedrigen Zinsen, zumindest nicht, solange sie keinen nachhaltigen Abwärtstrend aufweisen. Diese Dynamik führt sowohl bei Bauherren als auch bei Verbrauchern zu einer abwartenden Haltung, da die Erwartung weiterer Zinssenkungen die Neubautätigkeit und den Kauf von Immobilien verzögert.

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Seit 2021 sind die Baugenehmigungen rückläufig, was auf ein geringeres Verbrauchervertrauen hindeutet und den Bausektor vor wachsende Herausforderungen stellt. Insbesondere der Wohnungsbaumarkt hat durch den Zinsanstieg einen erheblichen Rückschlag erlitten. Auch wenn die Leitzinsen in jüngster Zeit gesunken sind, sind sinkende Zinsen nicht gleichbedeutend mit niedrigen Zinsen, zumindest nicht, solange sie keinen nachhaltigen Abwärtstrend aufweisen. Diese Dynamik führt sowohl bei Bauherren als auch bei Verbrauchern zu einer abwartenden Haltung, da die Erwartung weiterer Zinssenkungen die Neubautätigkeit und den Kauf von Immobilien verzögert.

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Der Vorratsaufbau hat sich in 2024 verlangsamt. Dies deutet darauf hin, dass Unternehmer eine konservativere Haltung in Bezug auf Lagerbestände einnehmen und die Nachfrage weitgehend im Einklang mit den Erwartungen verlaufen ist. Blickt man auf 2025, bleibt die Verbrauchernachfrage ein entscheidender Faktor. Die aktuellen Entwicklungen im Vorratsmanagement deuten auf ein vorsichtigeres Umfeld hin, mit entsprechenden Auswirkungen auf die industrielle Produktion und das gesamtwirtschaftliche Wachstum. Es besteht somit die Möglichkeit einer langsameren Erholung. Zum vierten Quartal 2024 deuten die Bestände nicht auf Stress in der Wirtschaft hin.

Der Arbeitsmarkt zeigt nach einer soliden Erholung seit 2020 Anzeichen einer Verlangsamung

    Offene Stellen sinken seit 2022. In Großbritannien sind diese sogar unter das Niveau von 2020 gefallen ist, während Deutschland und Frankreich weiterhin deutlich über den Werten vor der Pandemie liegen. Im Jahr 2024 wurden in Deutschland 15% weniger Stellen ausgeschrieben, während Frankreich und das Vereinigte Königreich einen Rückgang von 21% verzeichnen. Eine weitere Abschwächung wird erwartet. Während der Arbeitsmarkt sich abschwächt, verschiebt sich das Machtverhältnis wieder zugunsten der Arbeitgeber, was auch durch das langsamere Lohnwachstum bestätigt wird. Die anhaltend schwachen Wirtschaftsdaten in Europe sind jedoch nicht Zeichen einer Rezession sondern des Übergang zu einem neuen, normalisierten Zustand.
    Der Rückgang der geleisteten Stunden europäischer Arbeitnehmer seit Mitte 2023 spiegelt zwei wesentliche Faktoren wider: Höhere Gewinnmargen in den Jahren 2022–23 ermöglichten es, Mitarbeiter trotz sinkender Umsätze länger zu halten, und fallende Reallöhne machten Neueinstellungen kostengünstiger. Der 1,5-jährige Rückgang der Arbeitsstunden wird sich auch in anderen Kennzahlen niederschlagen. In den USA hingegen kann ein robuster Arbeitsmarkt auch in 2025 erwartet werden. Arbeitslosenquote und Entlassungen sind niedrig aber es bleiben Herausforderungen wie verlangsamende Neu-einstellungen und Fachkräftemangel. Abgesehen vom Risiko von wirtschaftspolitischen Querfeuer, ist der Ausblick für die US-Wirtschaft positiv.
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Autoren

Stefano Buldrini

Associate

Kristoffer Stapelmann

Managing Partner

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